Tja, unsere Samba - mit ihr begann unser "Windhundfieber". Viele Freunde haben uns schon gefragt,
warum wir über Ihre Geschichte kein Buch schreiben - so viel gäbe es über Samba zu berichten.
Doch hier vorerst ein Shortcut:
Samba, damals noch Nicki, saß über 1 Jahr im Tierheim Bückeburg. Sie war schon zweimal wegen ihrer extremen Angst aus der Vermittlung zurückgekommen und galt als unvermittelbar. Als wir sie nach langem Hin und Her im Februar 2002 schließlich doch adoptieren durften, hatten wir weder Erfahrung mit Wind- noch mit Angsthunden und wir hatten keine Vorstellung von dem was uns erwartete ...........
Sie wog zu dem Zeitpunkt 14,7 kg ( heute 26kg ) und frass, wenn überhaupt, nur Löffelweise im Freien und trank ebenso nur draussen aus Pfützen.
Man konnte Samba nicht anfassen, ja noch nicht einmal angucken durfte man sie, dann zuckte sie zusammen, zitterte am ganzen Körper und ergab sich ihrem Schicksal.
Wir haben die ersten 6 Wochen nur mit Licht geschlafen, Samba gar nicht oder nur im Stehen - und 24 Stunden rund um die Uhr das Podencotypische Fiepen - wie wir das ausgehalten haben, fragen wir uns heute manchmal selbst.
Selbst durch das nur auf Kipp geöffnete Fenster versuchte sie nach Draussen zu kommen und an Spaziergänge war nur doppelt mit Halsband und Geschirr gesichert zu denken. Doch selbst das war zu wenig, mehrfach ist sie uns bei ungewohnten Geräuschen, Menschen die ihr zu Nah kamen oder auch ohne ersichtlichen Anlass, blitzartig aus Halsband und Geschirr geschlüpft und ziellos umher geirrt. Doch wir hatten immer Riesenglück dabei, so das ihr nichts passiert ist und Benita sie immer wieder, flach auf dem Boden robbend und leise auf sie einredend, einfangen konnte.
Natürlich bekamen wir auch immer wieder "gutgemeinte" Ratschläge, von "ihr müsst sie bewusst mit Situationen, die ihr Angst machen konfrontieren" bis hin zu "schläfert den Köter doch endlich ein, das wird sowieso nichts" war eigentlich jeder erdenkliche Blödsinn dabei - doch leider nichts, was uns und Samba weiterbrachte.
So richteten wir unser Leben nach Samba aus, versuchten ihr Vertrauen zu gewinnen und sie machte die erhofften Fortschritte. Doch immer wieder gab es Rückschläge. Bei einem starken Gewitter fanden wir sie, nach einiger Zeit der Suche, im Abstellraum vor. Sie hatte den Kopf in die geöffnete Waschmaschine gesteckt, zitterte am ganzen Körper und fiepte vor Angst. Oder die neue Lampe im Esszimmer, welche Samba dazu veranlasste den Raum für fast zwei Wochen nicht mehr zu betreten, sondern auf der Schwelle stehen zu bleiben, ängstlich zur Lampe hoch zu blicken und wiederum in lautes Gefiepe zu verfallen.
Im Grunde waren es drei Dinge, die über die Jahre dazu geführt haben, das Samba mittlerweile ein fast normaler Hund geworden ist. Zu allererst, das wir sie nie unter Druck gesetzt haben und so ihr absolutes Vertrauen gewinnen konnten, zum zweiten die Therapie mit Bachblüten ( Danke Kathrin ), die Samba über Angst- und Panikattaken hinweg geholfen haben und zu guter Letzt der Besuch und der spätere Unterricht mit ihr in der Hundeschule ( Danke Dagmar ), denn dadurch wurde Samba´s Bindung zu uns nochmalig gefestigt.
Wir bereuen, trotz der vergangenen Strapazen und Selbstzweifel, nicht eine Sekunde Samba adoptiert zu haben und hoffen, das sie noch viele Jahre ihr jetzt glückliches Leben geniessen kann.
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